So läuft das bei uns.
Storys und Bilder aus der Welt von SDT.

Wer ist SDT? Was machen die? Wie machen die das? Wer steckt dahinter? In diesem Bereich unserer Website möchten wir Ihnen die SDT Welt ein wenig näherbringen – persönlicher, aus erster Hand, mit klaren Statements und authentischen Bildern direkt aus unserem Alltag.

„Unsere Techniker fliegen für einen Einsatz auch mal auf die Malediven – ohne zu murren.“

SDT Hauptgesellschafter Eberhard Starke über die Vergangenheit und die Zukunft von SDT.

Ungewöhnlich mild ist es für einen norddeutschen Tag im Mai. Die Sonne scheint, die Luft ist warm. Wir sitzen im Besprechungsraum von SDT in Rendsburg. Durch die großzügige Fensterfront sieht man, wie Obereider und Nord-Ostsee-Kanal ineinanderfließen. Wasser war schon immer sehr präsent, wenn es um SDT ging. Denn im Marinebereich liegt das Hauptgeschäftsgebiet des Unternehmens: Seit 1976 konstruiert, fertigt und wartet SDT Aggregate für Schiffe unterschiedlichster Art. Zunächst in Kiel, dann, 2008, als der Standort zu klein wurde, im nicht weit entfernten Rendsburg. Federführend beim damaligen Umzug beim weiteren Ausbau des Unternehmens: Eberhard Starke. Ein Mann mit bewegter maritimer Vergangenheit.

Herr Starke, Sie sind seit 2006  Gesellschafter und bis Ende 2019 Geschäftsführer von SDT. Wo waren Sie denn vorher unterwegs?

Ich habe den Job wirklich von der Pike auf gelernt. In grauer Vorzeit habe ich in Flensburg Schiffsmaschinenbauer gelernt. Nach der Ausbildung bin ich gleich zur See gefahren, rund um die ganze Welt, auf Frachtschiffen einer Flensburger Reederei, zum Schluss als erster Ingenieur. Während der Seefahrtszeit habe ich auch meine Mittlere Reife nachgeholt, per Fernlehrgang. Dann auch Abitur gemacht, später Schiffsbetriebstechnik studiert. Als ich Vater wurde, habe ich die Seefahrt an den Nagel gehängt. Ich wurde Verkaufsingenieur, dann technischer Leiter einer Reederei, landete bei den Motorenwerken Bremerhaven, exakt 10 Jahre lang, war dort zuletzt technischer Vorstand. In dieser Zeit habe ich auch angefangen, mich bei der SDT zu beteiligen. 2006 bin ich dann voll eingestiegen.

Was ist das Besondere an SDT? Warum sollten Kunden gerade zu Ihnen kommen?

Da muss man differenzieren. Wir haben ja sehr viele unterschiedliche Standbeine. Zum einen den Neubau: Der Kunde bekommt bei uns maßgeschneiderte Aggregate, wir begleiten ihn auf Wunsch schon von der Projektphase an: Wie könnte der Maschinenraum aussehen, welche Lösungen für Antrieb und Energieerzeugung sind möglich? Unser zweiter großer Schwerpunkt ist der Servicebereich. Wir haben erstklassig geschulte Mitarbeiter, die die Anlagen unserer langfristigen Kunden genau kennen. Es kommt sogar vor, dass Monteure Patenschaften für konkrete Schiffsmotoren bzw. -Aggregate übernehmen. Die werden persönlich vom Kunden angefragt und dann kann es passieren, dass unsere Monteure zum Einsatz auf einer Yacht auf die Malediven fliegen müssen. Das machen die, ohne zu murren (lacht). Und das ist ja ein gutes Zeichen, wenn der Kunde sagt, ich möchte auch den Service von SDT haben, und nicht vom nächstgelegenen Anbieter vor Ort. Das ist ein absoluter Vertrauensbeweis und es zeigt auch, dass sich das für unsere Kunden rentiert.

Seit Gründung hat SDT bislang über 5.000 Anlagen und Motoren betreut. Wie viele betreuen Sie aktuell?

Man muss sich dabei klarmachen: Motoren haben ja Lebenszeiten von ca. 30 Jahren. In dem Zeitraum haben wir mindestens drei bis vier Überholungen durchgeführt. Von all diesen Motoren haben wir immer noch 60 Prozent im Service oder in der Ersatzteilversorgung. Auch Motoren, die SDT 1977 gebaut hat, sind noch immer im Einsatz. „Service ein Motorleben lang“: Das ist der Anspruch, den wir konsequent umsetzen – sofern der Kunde diese komplette Lifecycle-Betreuung wünscht. Die meisten tun das.

Zur Philosophie von SDT gehört ein hoher Qualitätsanspruch. Der zeigt sich unter anderem darin, dass nur Originalersatzteile verwendet werden. Aber ist das nicht selbstverständlich?

Nein, ist es nicht. Und wir gehen da sogar noch weiter: Wenn wir eine Grundüberholung eines Motors durchgeführt haben, geben wir die gleiche Garantie wie bei einem neuen Motor. Und das kann eben nur dann funktionieren, wenn man Originalersatzteile einsetzt und den Austausch strikt nach den Vorgaben des Herstellers vornimmt.

Stichwort Umweltschutz: Der Diesel hat momentan einen schlechten Ruf. Spüren Sie das auch? Müssen Sie sich darauf einstellen?

Klar. Das tun wir aber schon lange und setzen zusammen mit unseren Kunden passende Lösungen um. Wir bauen selbst Dieselabgasanlagen und vertreten zudem Hersteller von Abgasreinigungsanlagen, verfügen also auch in diesem Bereich über entsprechend umfassendes Know-how. Was das Ganze schwierig macht: Eine international einheitliche Normierung – so wie die Euro-Abgasnormen im Automobilbereich – gibt es bei Schiffen nicht. Da herrscht ein regelrechtes Dickicht aus unzähligen unterschiedlichen Regularien. Selbst in der Binnenschifffahrt: Wir haben mal recherchiert – wenn man mit einem Binnenschiff von Rotterdam nach Basel fährt, muss man auf dem Weg neun unterschiedliche Verordnungen berücksichtigen. Da muss noch viel passieren. 

Stichwort Mangelware zukünftiges Personal: Wie werben Sie neue Mitarbeiter für Ihr Unternehmen an? Warum sollte man zu SDT kommen?

Auch wenn wir aus dem Mittelstand kommen: Wir bieten ein Ausbildungskonzept wie große Unternehmen und mit ähnlichen guten Perspektiven. Unabhängig von der Schulbildung ist bei uns grundsätzlich jeder willkommen, jeder kann sich weiterbilden. Nach der Facharbeiterprüfung besteht die Möglichkeit, den Meister zu machen, den Techniker oder den Ingenieur. Auch ein begleitendes Studium zum Betriebswirt unterstützen wir. Mit Erfolg: In den letzten zwei Lehrjahren hatten wir einmal den Kammerbesten und einmal den Landesbesten. Und wir haben in den letzten Jahren alle Auszubildenden übernommen, die sind alle mit viel Spaß dabei. Also machen wir offensichtlich einiges richtig (lacht).

Wie geht es nun weiter mit der SDT?

Die Uhr läuft, nicht dass sich die Veränderungen in unseren Marktsegmenten in immer kürzeren Abständen melden, auch meine persönliche Lebensplanung hat nun einen Punkt erreicht, zu dem ich in meinen Ruhestand gehe. Ich habe die SDT durch ruhige und unruhige Fahrwasser gelenkt und dabei immer auf ein ausgewogenes Miteinander mit meinen Mitarbeitern geachtet. In den letzten Jahren legte ich dabei meinen Fokus auf meine Nachfolge, die ich nun aus den eigenen Reihen der SDT rekrutiert habe. Zum Jahreswechsel 2019 / 2020 legte ich mein Amt als Geschäftsführer nieder und gab diese Rolle an meinen bisherigen kaufmännischen Leiter, Herrn Thomas Schwarke, weiter. Herr Schwarke und ich führen bereits seit vier Jahren einen ausgezeichneten Austausch in allen Dingen der SDT und teilen denselben Unternehmergeist, den ich mir für meine Firma weiterhin wünsche. An seine Seite haben wir einen ebenfalls schon über fünf Jahre bei der SDT beschäftigten jungen Mann gestellt, Herrn Fin-Olav Wittstock, der das immer mehr zunehmende Service- und Ersatzteilgeschäft der SDT im Wesentlichen geprägt hat und auch aufgrund seiner beruflichen Vergangenheit sehr gute Kenntnisse im Projektgeschäft vorweisen kann.

Die Zusammenarbeit des Geschäftsführers Schwarke und des technischen Vertriebsprokuristen Wittstock ist ausgezeichnet darauf vorbereitet, die SDT durch jedes Fahrwasser zu lenken.

Ich freue mich auf weiterhin schöne Jahre meiner SDT.

 

„Mein wichtigstes
Werkzeug ist
der Laptop.“

Der Troubleshooter: SDT Servicetechniker Hans-Kristian Wabbel löst Probleme.

Man merkt es ihm an: Diesen Mann bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Beste Voraussetzungen für seinen Job: Hans-Kristian Wabbel ist als Servicetechniker weltweit auf Schiffen, Megayachten oder Offshore-Plattformen unterwegs. Wenn es bei Gensets zu Fehlern kommt – er findet, analysiert und beseitigt sie. Wir haben ihn gefragt, wie er das macht.

Herr Wabbel, Sie sind Servicetechniker bei SDT. Beschreiben Sie doch mal Ihren Einsatzbereich.

Ich bin weniger für Wartungsarbeiten zuständig, sondern vor allem für „Troubleshootings“ – Problemlösungen. Ich fahre raus zu den Schiffen oder auch zu den Umspannplattformen von Windenergieparks, wenn es Probleme mit einem Aggregat gibt. Zum Beispiel, wenn Sensoren ausgefallen sind. Dann komme ich ins Spiel, in der Regel mit dem Laptop, das ist auch mein wichtigstes Werkzeug, damit verbinde ich mich mit dem Motor und führe die Fehleranalyse durch.

Sind Sie als Außendiensttechniker einem großen Zeit- und Erwartungsdruck ausgesetzt?

Ja, auf jeden Fall. Besonders bei der Fehlersuche steht man unter Druck. Das ist ja auch nachvollziehbar, denn der Kunde will sein Schiff so schnell wie möglich wieder in Bewegung setzen, er muss sich häufig an einen sehr engen Zeitplan halten, das kostet alles Geld. Ich versuche dann, Ruhe zu bewahren, und konzentriere mich voll auf die Analyse des Problems. Teilweise können wir auch nur nachts arbeiten, zum Beispiel bei Fähren, die tagsüber ihren Passagierbetrieb aufrechterhalten müssen.

Was tun Sie, wenn mal keine „Troubleshootings“ anstehen?

Ich komme unter anderem auch bei Inbetriebnahmen zum Einsatz. Nächste Woche fliege ich zum Beispiel wieder nach Genua, da wird auf einer Megayacht die Hauptmaschine, die wir gerade komplett grundüberholt haben, wieder in Betrieb genommen. Die wurde vor zwölf Jahren schon von SDT eingebaut, seitdem betreuen wir die. Das kommt oft vor: Die meisten Betreiber möchten, dass immer dieselbe Firma kommt – oder oft sogar derselbe Servicetechniker. Hier bei SDT nennen uns manche „Motorpaten“, das passt eigentlich ganz gut. Wir als Außendiensttechniker kennen die Motoren, wir kennen die Schiffe, das macht vieles sehr viel einfacher. Bei vielen Schiffen wurden schon so viele Umbauten vorgenommen – wir wissen genau, was da gemacht wurde, und deshalb meistens auch sehr schnell, was wir tun müssen.

Wie wurden Sie denn für diesen Job ausgebildet?

Ausgebildet wurde ich an Land – in einem Kraftwerk, bei den Stadtwerken in Flensburg. Da habe ich meinen staatlich geprüften Techniker in Schiffsbetriebstechnik gemacht. Damit bin ich auch hier bei SDT recht universell einsetzbar, das macht die Fehlersuche oft einfacher. Ich kümmere mich um beides: die Elektrik und die Mechanik. Das ist inzwischen auch das Ziel bei SDT: möglichst flexible Einsetzbarkeit der Mitarbeiter. Denn das bedeutet dann ja auch: Es muss nur ein Techniker eingesetzt werden und das ist für die Kunden natürlich auch wirtschaftlicher. Natürlich frage ich trotzdem oft Kollegen, die speziell als Elektriker ausgebildet wurden, um Rat – das sind die Experten auf ihrem Gebiet.

Wir haben gehört, dass auch Sie zur See gefahren sind. Wie einige andere bei SDT ja auch.

Ja, nach der Ausbildung, drei, vier Jahre lang, auf Containerschiffen, weltweit. Das kommt mir auch bei meinen Einsätzen als Außendiensttechniker zugute: Man kennt das Leben an Bord, man kann mit den Crews gut arbeiten, weil man die Strukturen kennt. Man spricht eine Sprache und das hat schon viele Vorteile.